Dienstag, 25. August 2009

2 Wochen da!

Hallo meine Lieben!

Als erstes möchte ich mich über das Wetter beschweren. Es regnet, ist kalt und nass und ich habe Halsschmerzen (vielleicht ist es auch die Schweinegrippe...).
Dann über die Bürokratie. Naja das kennt ihr ja schon von mir, verzichte auf Details ;-)
Muss mich in der Schule jetzt endgültig für Kurse entscheiden. Glaubt mir, es ist echt genau wie Schule, mit Anwesenheitskontrolle, Hausaufgaben, Abgaben etc. - ich war schon lange nicht mehr so ausgelastet! Auf einen Portugiesischkurs werde ich wohl verzichten, da ich, wenn der ist, schon andere Fächer habe und ich außerdem in den mittleren Kurs gesteckt wurde (wie frustrierend). Man muss auch wissen, wo der Spaß aufhört!
Heute gehts mit meinem "International and Brazilian Business-Kurs" noch auf eine Exkursion in die Börse, das wird ein Knüller!

Herzliche Grüße aus dem winterlichen Sao Paulo!

Mittwoch, 12. August 2009

Das Tor zum Glück


Einen schönen guten Abend allerseits!

Heute berichte ich zum ersten mal live aus São Paulo. Musstest ihr euch bis dato noch mit mäßig interessanten Pack-, Bürokratiefrustrations- und Abschiedserscheinungen abgeben, folgen ab jetzt ultimative Lageberichte aus der Ferne.

Am Montag Abend bin ich wie geplant am frühen Abend in São Paulo gelandet. Ich kann nichts über unerfreuliche Zwischenfälle berichten – es hat wirklich alles super geklappt. Sogar das umsteigen in Charles de Gaulle, Paris. Außerdem muss ich die Verpflegung und Unterhaltungselektronik auf meinem Langstreckenflug (10,5h) mit Air France außerordentlich loben.

Am Flughafen von „Sampa“ (liebevolle Abkürzung für São Paulo) rief ich noch in der Warteschlange des Zolls meinen persönlichen Taxifahrer an, den mir mein Hostel schon im Voraus empfohlen hatte. Der war schon auf dem Weg und holte mich direkt, als ich drinnen fertig war, vorm Flughafen ab. Ich war entsetzt: Es war 19h und stockfinster in Sampa! So hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber es ist ja auch Winter. Nach einem kurzen Stop im Supermarkt kamen wir nach über einer Stunde im Hostel an. Da konnte ich mir von 4 Zimmern, von denen das eine spartanischer war als das andere, eins aussuchen. Ich nahm das einzige, wo man keine Wendeltreppe mit 30cm breiten und 5cm schmalen Stufen heraufklettern muss, um es zu erreichen. Nur für den Fall, dass ich hier mal mehr als 0 Promille haben sollte.

Nachdem ich am Dienstag ewig geschlafen hatte, machte ich mich zu Fuß auf den Weg in die Uni, weil ich bei einer Bank Geld für die Organisatoren eines Ausflugs überweisen wollte. Die Uni ist wirklich nah, aber um sie zu erreichen musste ich geschätzte 2 Höhenkilometer bewältigen. Am besten gefiel mir das Eingangstor dieser meistgeachtetsten Universität von Südamerika. Ihr könnt es auf dem Foto sehen! Es ist quasi eine Wand mit einem Durchgang von der Größe einer Tür, über der sich ein Schild befindet wo man ist, und hinter der ein Portier sitzt, der alles andere macht, als aufzupassen, wer da reingeht.

Der Campus ist ungefähr so groß wie ganz Bayreuth und meine Fakultät so wie die ganze Bayreuther Uni. Es gibt zwei Buslinien, die nur auf dem Campus im Kreis fahren, was ich persönlich gut finde, weil der Fußmarsch bis zu jenem Eingangstor 15 min und bis zu meiner Fakultät nochmal 20 min dauert – bei Regen (und es nieselregnete den ganzen Dienstag) kein Zuckerschlecken!

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen (das gehört eigentlich an den Anfang), dass ich den Brasilianern, denen ich bisher begegnet bin, außerordentlich dankbar bin. Mir wurde in den drei Tagen schon mindestens zehn mal, teilweise ungebeten, aber immer sehr nützlich, geholfen. Sei es, wenn es um den richtigen Weg, Bus oder das richtige Formular ging. Darüber bin ich wirklich sehr glücklich!

Außerdem muss ich sagen, dass meine Fakultät sehr schön und mit sehr netten Angestellten bestückt ist. Des weiteren hat sie ein sehr cooles Logo. Ich werde versuchen es auch zu posten. Es ist eine Art Ritter oder so mit so einer Art Rotary Zahnrad und es sieht mächtig cool aus.

Ich wünsche euch einen schönen Tag bzw. Abend, je nachdem, wann ihr das lest!

Beijao, eure Marlene


Donnerstag, 6. August 2009

Let us destroy these useless hourglasses!

Gestern abend war meine endgültige Abschiedsparty in Bayreuth. Wirklich, die allerletzte! Und zum Schluss hatte ich dann auch ein ganz ganz kleines Tränchen im Auge.
Eigentlich war gestern aber auch ein ganz guter Tag! Davon abgesehen, dass ich so ungefähr alles erledigt habe, was ich vorhatte (meine Existenz in Deutschland in Form von jedweden Mitgliedschaften, Zahlungsverpflichtungen etc. - ALLES gekündigt!) kam Nina (die Nina, die ich vom letzten mal Brasilien kenne) überraschend zu Besuch um mir selischen Beistand bei meinen letzten zwei Tagen in Bayreuth zu leisten. Momentan sind sich nämlich alle meine Sachen noch irgendwo in der WG verstreut und sollten bis morgen früh 11h verpackt und verstaut werden. WIE das gehen soll - keine Ahnung. Neben meinem "Zimmer für eine Woche" (=Rumpelkammer auf dem Bild unschwer zu erkennen) hatte ich nämlich das Glück (oder Unglück...) Lisas Zimmer auch noch benutzen zu dürfen, sodass sich jetzt dort Stapel verschiedener Dinge türmen, die ich teilweise archivieren muss, damit ich bloß kein sinnloses Gepäck mitnehme oder essentielle Dinge vergesse.
Kurzum, der heutige Tag wird mal wieder ein Desaster! Juhu.
Erstmal gemütlich mit Nina, Felix (Ninas Freund) und Christoph frühstücken - dann stürze ich mich ins Chaos!
Herzung,
eure Marlene

Sonntag, 2. August 2009

Die zweite Runde

Guten Abend!
In nunmehr einer Woche werde ich sehr wahrscheinlich hektisch zu Hause bei meiner Familie rumlaufen, letzte Sachen packen, einen Abschiedsbrief und ein Testament schreiben (ich fliege mit Airfrance), denn am Montagmorgen um 7:20 geht mein Flug von Hannover. Im letzten Monat habe ich euch leider mit nicht sehr vielen Neuigkeiten (eigentlich gar keinen) versorgt, was vor allen Dingen daran lag, dass ich sehr viel organisieren und vorbereiten musste.
Da war zu erst einmal das Visum, das beantragt werden musste. Ich bin davon überzeugt, dass das Visum wirklich gerne zu mir wollte, weil ich Brasilien sehr sehr gern habe und wirklich gute Absichten für meine Zeit dort hege, aber aus mir nicht ersichtlichen Gründen gab es jede Menge Leute, die mich daran hindern wollten dieses Visum zu bekommen. Am Ende gab es einen Berg Papier (bestehend aus n (n→∞) Passierscheinen A38), den ich nach München ins Generalkonsulat der Brasileiros schickte. Leider gibt es keine Anleitung á la "Brasilianisches Visum für Dummies", weswegen hier nun eine von mir folgt:
1) Lerne GUT Portugiesisch, denn du darfst nicht darauf hoffen, dass ein Botschaftsmitarbeiter dir Auskunft in DEINER Sprache geben wird, auch wenn die Botschaft in deinem Land liegt.
2) Besorge alles, was auf der Liste steht (das dauert an sich schon ewig!) aber denk daran, dass das immer noch nicht alles ist, was erledigt werden muss.
3) Ich musste 34€ bezahlen, aber das steht da nirgendwo so eindeutig; es könnten auch 51€ oder 17€ sein. Auf jeden Fall ist das ein fairer Preis- Amerikanische Staatsbürger müssen für ein brasilianisches Visum 144,50€ bezahlen! Überweise das Geld an die Leute, denen du auch deinen Visaantrag schickst, auch wenn es nirgendwo eine Kontonummer von ihnen gibt.
4) Versuche gar nicht erst anzurufen; wirklich wichtige Dinge werden vom Konsulat per eMail beantwortet, den Rest musst du selbst durch "trial & error" herausfinden" (Ich musste erst 51€ an das falsche Konto überweisen bis nach über einer Woche eine Mail kam, wo ich das Geld hinschicken soll, vielleicht kommt es irgendwann zu mir zurück...)
5) Frag irgendwen, der das schon mal gemacht hat :)
6) Nachdem ich diese Schritte alle gewissenhaft abgearbeitet hatte, dauerte es nur 10 Tage bis das Visum da war, in Anbetracht der Tatsache, dass ich das Geld noch sehr viel später an die richtigen Leute geschickt hatte, eine wahre Meisterleistung des Generalkonsulats München - Danke!
Einen schönen Abend noch, hier ein kleines Fotoalbum mit ein paar letzten Bayreuther Impressionen: http://picasaweb.google.com/cisweee/BayreutherImpressionen#

Eure Marlene