Samstag, 28. November 2009

Sambaaaa!


Während ich dise Zeilen schreibe zieht gerade ein herrlicher Sambazug an meiner Tür vorbei... So ganz Klischee! Nur sind die Leute noch nicht so aufwendig verkleidet und es sind auch mehr Trommler als Tänzer, aber nichts destotrotz herrlich! Ich bin eigentlich schon auf dem Sprung zu einer Pijamaparty und musste deswegen "leider" im Schlafanzug auf der Straße tanzen. Aber es ist irgendwie gar keinem aufgefallen :)

Donnerstag, 26. November 2009

Soziale Differenzen

Gestern abend kam ich von einer Geburtstagsparty in einer übertrieben noblen Bar nach Hause, als ich vor der Eingangstür zwei Müllmänner sitzen sah (sie machten wohl gerade Pause oder so). Wie in Brasilien üblich (weil Frau und dann auch noch blond) wurde ich angestarrt und sie sagten mehrfach "hallo".
Wie üblich reagierte ich darauf nicht, denn sonst müsste ich den ganzen Tag flirtend durch die Gegend laufen, und obwohl ich eigentlich ein Mensch bin, der gerne alle grüßt, habe ich mir hier angewöhnt bei solchen "Attacken" geradeaus zu gucken und schnurstracks weiterzulaufen.
Als ich an den beiden vorbei war, sagte der eine zum anderen mit einem, nennen wir's sozialkritischen und auch noch traurigen Unterton: "Die grüßt keine Müllmänner".
Also habe ich mich umgedreht und gesagt "sorry, hi!".
Da haben die ein bisschen blöd geguckt, versteht ihr? Ich hätte sie auch ignoriert, wenn sie einen Anzug getragen und vor ihrem Benz gestanden hätten. Aber ich finde diese Situation befördert sehr eindrücklich zu Tage, wie hier die sozialen Schichten miteinander umgehen (ohne behaupten zu wollen, dass das bei uns besser wäre).

Montag, 23. November 2009

Wundervolles Wochenende

Hallo ihr Lieben!
Letzten Freitag war mal wieder ein Feiertag, weswegen wir uns um 8 Uhr morgens, nach einer viel zu kurzen Nacht, bei den Jungs getroffen haben um mit ein paar Freunden in die "Chácara" von Danielas Family zu fahren. Eine Chácara ist generell ein Haus im Wald, mit viel Platz für die ganze Großfamilie, einer Churrasqueira (Grill) und jeder Menge Ruhe. Die von Danielas Family hatte auch noch ein Heimkino, jede Menge Hängematten und einen Pool, sodass wir einen super entspannten Feiertag dort verbringen konnten.
Am Samstag morgen mussten wir uns leider schon wieder auf den Weg nach Sao Paulo machen, weil ein paar von uns schon seit Monaten im Besitz von Karten für ein Killers Konzert waren... Aber dafür verlässt man gerne die entspannte Einöde in Atibaia (so hieß der Ort zu dem die Chácara gehört)!


Meine Füße vor dem Konzert

Ich wusste nicht, dass das Konzert draußen ist, was mir hätte klar sein müssen, wenn ich die Ausmaße vorher gekannt hätte. Es regnete das ganze Wochenende, so auch am Samstag und das Konzert fand auf einer Pferderennbahn, natürlich draußen statt. Die Bühne war gigantisch, ungefähr so wie die großen Bühnen bei den Festivals in Deutschland und es waren sehr viele Leute da. Schon bei unserer Ankunft stand die Wiese völlig unter Wasser und wir mussten uns unseren Weg nach vorn durch einen knöcheltiefen See bahnen. Aber zum Glück war es warm und so war das ganze sehr lustig. Das Konzert war einfach grandios und weil wir so schön getanzt haben, war danach von unserer Kleidung nicht mehr viel zu erkennen... Vielleicht erinnert sich noch jemand an die Kinderkasette "Das Matschmonster" :-)
Alles Liebe
Marlene


...und Nils und meine Füße nach dem Konzert!

Donnerstag, 12. November 2009

Heute

... wurde ich auf dem Campus, auf dem Weg zum Bus - ich trug eine Stofftasche mit ein paar Büchern über der Schuler - von einer freundlichen (brasilianischen) Studentin darauf hingewiesen, dass mein Kleid durch die Stofftasche ein bisschen hochrutschen könnte, sie hätte auch öfter so eine Tasche bei sich und habe schon derartige Erfahrungen gemacht.

Mittwoch, 11. November 2009

Ganz normaler Tag


5:40 Mein Wecker klingelt zum erstem mal
6:00 Mein Wecker klingelt zum zweiten mal, ich drücke auf snooze
6:09 Jetzt aber wirklich aufstehen
6:38 Oh schon so spät! Und irgendwie wollte ich noch bis 6:50 meine Sachen packen, frühstücken und losgehen!
7:00 Ich verlasse das Haus und gehe zum Bus
7:20 Zum Glück muss ich nicht lange auf den Bus waren – in 10 min fängt der Unterricht an. Auf dem Unigelände, als der Bus an der Mensa vorbeifährt sehe ich ein großes Schild vorbeiziehen „em greve“ - Streik! Auch das noch!
7:50 Ich komme in der Uni an - „nur“ 20 min zu spät, noch schnell Sachen aus dem Schließfach holen und in den Unterricht: „Geschichte des ökonomischen Gedankens“
9:20 Es geht direkt weiter mit „Doing Business in Brazil“, alle sind diesmal so laut, dass ich leider nicht den Steppenwolf weiterlesen kann.
11:00 Ich treffe Soraya, eine Brasilianerin aus meinem Strategiekurs, die Deutsch lernt und der ich versprochen habe für den nächsten Test mit ihr zu lernen und davor Mittagessen zu gehen. Mein Verdacht bestätigt sich: Die Mensaleute streiken, also in ein anderes Unirestaurant und statt 2R$ 8R$ bezahlen... Hoffentlich streiken die nicht lange! Letztes Semster haben sie angeblich die Hälfte des Semesters gestreikt!
11:10 Ich nehme mir vom Büffet eine gelbe Soße, wo so etwas wie Nudeln drinschwimmt, es sieht lecker aus. Wir setzten uns an einen Tisch und ich probiere: Es ist merkwürdig... wie eine Mischung aus gekochten Calamari und Hähnchen. „Was ist das?“ - „Oh das ist Rinderdarm“ - „na lecker“...
14:00 Soraya und ich beenden unsere sehr produktive Lernsession (deutsche Redewendungen) und ich laufe in der Mittagssonne die 15 min zum Freibad der Uni, weil auch die Busfahrer der uni-internen Linienbusse streiken.
15:30 Nach 20 Bahnen und einem Nickerchen fängt es an zu regnen... Schnell nach Hause.
16:40 Endlich kommt ein Bus
17:20 Aussteigen und nach Hause laufen, viel Zeit bleibt nicht
17:35 Schnell ein Brötchen essen, was ordentliches anziehen (also keine Shorts, Havaianas und Spaghettitop)
18:35 Zum Goetheinstitut sprinten. Bin noch nie von meiner Wohnung dahingelaufen und verlaufe mich erstmal.
19:00 Offizieller Beginn des Rosa Luxemburg Vortrags von der brasilianischen Philosophin und Repräsentatin der Rosa Luxemburg Stiftung.
19:10 Beginn des Vortrags. Nils ist auch da und Christoph arbeitet neuerdings als Praktikant im „Goethe“. Erledigt seinen Job kompetent. Mikro den Fragestellern geben.
21:00 Nach Hause laufen. Stelle fest, dass der Weg nur 10 min dauert.
21:30 Zu Hause über Noras Fotos schmunzeln, dann: Stromausfall, weswegen ich diesen hochgradig interessanten Blogeintrag verfassen muss, da ich eigentlich lesen wollte, aber es kein Licht gibt.
22:33 Jetzt ging's gerade wieder, aber zack – leuchtet die Internetanzeige wieder rot und es wird duster um mich rum....
22:37 Blick aus dem Fenster. Die einzigen Lichter weit und breit sind die von den Autos auf der Straße vor meinem Haus. So dunkel hab ich mein Viertel noch nie gesehen... Was wohl die U-Bahn macht...? Der quietschgrün beleuchtete Sendemast vor meinem anderen Fenster leuchtet noch! Gut, dass wir heute schon gespült haben und immer sofort unsere Sachen vom Boden aufheben, wenn irgendwas rumliegt. Taste mich durch Turnschuhe, Telefonkabel, Router, Schultaschen, Laptopkabel, Laptops, Teller, Thermoskannen etc.
22:53 Ich habe es ins Bett geschafft. Gut, dass ich mir keine Gedanken darüber machen muss, wie ich von meinem Bett das Licht auskriege. Gute Nacht! (so früh war ich hier noch nie schlafen!)
24:13 Ich wache von lautem Gelächter auf. Meine Mitbewohner sitzen bei Kerzenschein im Wohnzimmer und hören Radio: In 5 Bundesstaaten ist der Strom ausgefallen.

Keine Angst, das alles ist auch hier nicht normal ;-)



P.S. Am nächsten Morgen: In Teilen Sao Paulos ist der Strom angeblich um 4h morgens erst wieder angegangen. Tausende Menschen sind diese Nacht auf dem Nachhauseweg in der Stadt "gestrandet" und kamen nicht nach Hause. Die Zahl der Bundesstaaten ohne Strom stieg noch auf 10, gemäß globo.com. Trotzdem lief alles sehr zivilisiert ab: Die Zahl der Polizisten wurde spontan um 500-1000 (abweichende Angaben) erhöht und die Zahl der Gewalttaten stieg nicht an. Seht selbst: http://www.youtube.com/watch?v=pJQDeF6ZULw

P.P.S. Ich habe ein neues Wort gelernt: "blecaute" = blackout (sprich: bleekautschie)

P.P.S. Das Bild ist von Globo.com - Sao Paulo ohne Licht
Ein ähnlicher Fall, den ich letztens sah ist "repiauer"... Ob wer rauskriegt, um was es sich handelt? Ich bin gespannt auf eure Vorschläge!

Donnerstag, 5. November 2009

Jogos - Spiele


Letztes Wochenende (Montag war mal wieder ein Feiertag) sind Martina, Nils und ich (von den Austauschleuten) mit der "Bateria" zu den sportlichen Wettkämpfen der Ernährungswissenschaftler (=die Nutris) gefahren. Eine Bateria ist eine mehr oder weniger große Gruppe von Leuten (wir waren ca. 50), die trommeln, rasseln und Krach machen was das Zeug hält. Es gibt sie in den Sambaschulen, aber auch an den Unis - bei uns hat fast jede Fakultät eine, die dann bei Wettkämpfen ihre jeweiligen Teams anfeuert. Ihr werden euch jetzt wahrscheinlich fragen, warum die Bateria der Ökonomen die Ernährungswissenschaftler anfeuert - so genau weiß ich das auch nicht, aber anscheinend haben sie keine eigene oder wir sind einfach so gut, dass sie uns mitgenommen haben ;-)
Die Jogos (Wettkämpfe) waren in einer kleinen Stadt in der Pampa des Staates São Paulo namens São Pedro. Am Freitag Abend, bzw. eher um Mitternacht, versammelte sich unsere ganze Bateria auf dem Unigelände um die 150 km Busfahrt im Voraus bei einer kleinen Hawaiparty auf dem Parkplatz zu begießen. Ich denke, die Ausmaße dieses "Antrinkens" werden auf den Bildern deutlich...
Mit dem Bus fuhren wir nachts also in jenes São Pedro, wo wir in einer Grundschule übernachten durften. Wir hatten zu 50st 2 Klassenräume, wobei in meinem gefühlte 40 Personen nächtigten, wovon die Mehrzahl auch noch Jungs waren. Nach einer schlaflosen Nacht (wir hatten da noch einen von den Holländern getroffen, der NICHTS dabei hatte und Martinas und meine Isomatte in Beschlag nahm), wurden wir von einer histerischen japanisch-brasilianischen Nutrifrau geweckt und angetrieben uns fertig zu machen. Wir hatten kaum Zeit zum frühstücken, dann wurden wir auch schon wieder in den Bus verfrachtet und zu einem Schwimmbad gekarrt, wo wir bis zum späten Nachmittag rumsaßen und die hochgradig langweiligen Wettkämpfe angucken mussten. Trommeln durften wir da nicht. Danach kam der Lichtblich des Tages: Die Open-Bar (=Flatratesaufen) wurde eröffnet, und die Jungs, die am Pool die ganze Zeit mit Megafonen ein paar sich bräunende Damen "angeflirtet" hatten, hatten noch mehr Spaß.
Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, um zu trommeln. Leider wurde daraus nichts, weil unser Bus auf dem Weg von unserer "Herberge" zur Turnhalle einen kleinen Unfall hatte: Der Busfahrer musste einem entgegenkommenden Laster ausweichen und streifte dabei einen nicht ganz kleinen Ast so leicht, dass die komplette rechte Fensterreihe zertrümmert wurde und alle danach mehr oder weniger schlimme Schnittverletzungen von den ganzen Glassplittern hatten. Zum Glück wurde niemand schlimmer verletzt, sodass wir nachmittags, als alle sich ein wenig beruhigt hatten, zum Trommeln (und zur Open-Bar) fahren konnten.
Es sollen zwar nicht die besten Jogos gewesen sein (sagten uns die alten Hasen), aber besonders am Sonntag war das Flair zeitweise grandios: Die Baterias der verschiedenen Teams (wir waren bei weitem die größte) jammten draußen in der Mittagssonne bei Bier und Daiquiris und alle waren am Tanzen und Spaßhaben.
Am Sonntagabend ging es dann nochmal richtig los: Kostümparty - meine dritte seit ich hier bin, ich glaube, die Brasilianer stehen darauf! Da ging's natürlich weiter mit Open-Bar (was denkt ihr denn) mit Maracuja-, Limetten-, Erdbeer-, Ananas-, Weintrauben- etc. Caipirinha, Bier, Vodka... ohoh ich habe es schon wieder verdrängt!
Montag mussten wir wieder trommeln, aber ich war leider nicht mehr dazu in der Lage. Ich spiele ein Instrument das Ganzo (oder so) heißt. Es ähnelt einer Mischung aus Gemüsereibe und Rassel, macht unglaublichen Lärm und man muss es noch unglaublich schneller "shaken", was mir sehr sehr viel Feinmotorik abverlangt ;-)
So, das war's erstmal wieder von meinem letzten Wochenendabenteuer, gehabt euch wohl! Ich drück euch!

***************FOTOS************************

...gibt's hier:
Mein Picasa Webalbum

Donnerstag, 29. Oktober 2009

Rio

Vorgestern (Dienstag) bin ich aus Rio wiedergekommen. Wir hatten am Montag keine Uni, weil der Feiertag "der Angestellten des öffentlichen Dienstes" war - in Brasilien wird dieses Ereignis übrigens auch ab und zu mit "die machen doch eh nichts!" kommentiert :)
Ich bin mir im Übrigen auch gar nicht sicher, ob die ganzen Putzfrauen, Gärtner und Müllwegräumer in öffentlichen Einrichtungen da wirklich frei bekommen...
Wie dem auch sei, ich bin letzte Woche Donnerstag um 00:15 mit ein paar netten Leuten und mittlerweile Freunden, aus der Uni in den Nachtbus nach Rio gestiegen. Eigentlich war es gar kein Nachtbus, nur ein ganz normaler Reisebus, der nachts gefahren ist und deswegen leider keine Quasi-Liegesitze und Beinstützen hatte.
Ich habe trotzdem grandios bis morgens um 8:30, als wir im wolkenverhangenen Rio ankamen, geschlafen. Schon als ich kurz vor der Ankunft im Bus aufwachte, beschlicht mich das selbe Gefühl, das ich am Anfang in Sao Paulo oft hatte: Angst.
Ich meine, keine konkrete Angst, dass irgendwelche Drogendealer aus der Favela rauskommen und ich in die Schusslinie gerate oder so, sondern eher so ein subtiles Gefühl, dass ich permanent meine Tasche festhalten muss und alles um mich herum ich Blick behalte, damit mir auch ja keine suspekte Person zu Nahe kommt. Das triste grau des Busbahnhofes von Rio und die verfallen Häuser im Morgengrauen auf dem Weg dahin, taten ihr übriges.
Wir nahmen (vorsichtshalber!) ein Taxi zu unserem Hostel, bzw. mussten erstmal eins aus unserer Vorauswahl aussuchen. Dabei standen wir zu dritt kurz an einer Straßenecke irgendwo in Copacabana, als ein etwa 12-jähriger sehr schlimm aussehender Junge angetorkelt kam. Er bettelte irgendwelche Passanten an und wurde sogleich von zwei jungen Männern, die die ganze Zeit an der selben Straßenecke rumgehangen hatten und anscheinend den Bereich "bewachten", weggeschubst und von einem fertiggemacht, was so aussah, dass der ältere den kleinen anbrüllte: "Stirb doch, stirb doch, stirb doch! Aus dir wird doch eh nichts mehr, du Nichtsnutz!......"
Das war meine erschütternde Begrüßung in Rio.
Danach ging es kontinuierlich aufwärts. Wir fanden ein sehr nettes winziges Hostel in Ipanema (mit 3 3-stöckigen Hochbetten auf ca. 10m²) und konnten den Tag, der dann doch noch von wuderbarem Wetter begleitet wurde, mit einer Busfahrt zum Maracana-Stadion beginnen. Das soll zwar das größte Fußballstadion der Welt sein, aber es war dann eher spartanisch, aber sicher kriegen die Brasilianer das bis zur WM 2014 noch hin. In den Kabinen dort machte ich übrigens das erste mal, seit ich wieder in Brasilien bin, Bekanntschaft mit einer Kakerlake... die war das einzig wirklich beeindruckende (und große) im Stadion, wenn auch eher negativ.
Danach guckten wir noch das Stadtzentrum an, was sehr viel entspannter war, als das von Sao Paulo, welches zu jeder Tageszeit einem Hexenkessel gleicht, wo man wirklich IMMER Angst haben muss, dass die Tasche im nächsten Moment weg ist. Wie so ziemlich alles, was wir in Rio gesehen haben, war es auch dort sehr "flairig", nicht zuletzt wegen der antiken Häuser und natürlich der berüchtigten Lebensart der "Cariocas", die auf jeden Fall noch sehr viel entspannter sind, als die Menschen in Sampa!
Am zweiten Tag waren wir auf dem Zuckerhut und dem Corcovado (der andere tolle Berg, mit der Christusstatue oben drauf!). Was wir leider nicht wussten: Man kann auf dem Zuckerhut picknicken! Da sind lauter kleine Picknicktische im Wäldchen, das sich auf der Spitze befindet - echt! ... aber anscheinend wussten das all die anderen Menschen auch nicht, denn wir haben niemanden picknicken gesehen.
Mein Favorit war die Tour mit dem "Bonde" einer Bimmelbahn, die vom Zentrum in ein historisches, ziemlich alternatives Viertel (Santa Teresa) fährt. Eine Fahrt kostet 60 centavos, also weniger als 30 cent, aber das Bähnchen ist immer so voll, dass eh nicht alle reinpassen. Die müssen dann als Trittbrettfahrer mit (echt!) und brauchen gar nichts zu bezahlen! Außerdem fährt die ganze Strecke ein bis auf die Zähne bewaffneter Polizist mit, weil die Bahn anscheinend durch eine Favela fährt, aber so weit sind wir gar nicht gekommen, weil wir von Samba (live!) angelockt wurden und an einer Zwischenhaltestellte ausstiegen und den restlichen Tag auf einem Berg, bei einer Art Gemeindezentrum verbrachten, kaltes Bier schlürften, Samba hörten + tanzten und als es Abend wurde, wieder ganz entspannt zurückfuhren.
Nach diesem Tag war ich erst recht begeistert von Rio und wurde ganz wehmütig, am Montag abend wieder nach Sao Paulo zurückfahren zu müssen. Hier ist es zwar auch sehr nett, aber mit der Schönheit und Entspanntheit von Rio kann Sao Paulo einfach nicht mithalten (und mit dem Wetter sowieso nicht...).
Falls ihr mich besuchen wollt, komme ich auf jeden Fall nochmal mit nach Rio und wer es irgendwie einrichten kann, sollte sich diese wunderschöne Stadt mal anschauen!
Um euch einen Eindruck zu geben ist hier das Promo-Video für Olympia 2016 in Rio: http://www.youtube.com/watch?v=Z00jjc-WtZI&feature=fvw

Zum Schluss: Natürlich ist das Leben in den Favelas von Rio schlimm, wie ihr sicherlich in den letzten Wochen in den Nachrichten gesehen habt und es geht sogar soweit, dass Touristen "Favela-Tours" und "Favela-Parties" mitmachen und viel Geld dafür bezahlen um das Elend der Leute dort zu "bestaunen". Davon abgesehen ist die Stadt aber wunderschön und ich finde, das kann man nicht oft genug sagen :)

P.S. Fotos nächste Woche

Samstag, 19. September 2009

Schätzt euch glücklich!


Hallo allerseits!

Ein gestriger Spaziergang hat mich dazu angeregt euch mal über diverse Kuriositäten in Sao Paulo zu berichten (die alle irgendetwas mit Effizienz zu tun haben).

Ich ging über eine große Brücke, unter der eine noch größere Straße verläuft und konnte beobachten, wie das Gras auf dem Mittelstreifen gemäht wurde und das geht so: einer hat so eine motorsense und zwei (oder drei, einer als Reserve)müssen ein großes Netz nebenhertragen, damit das ganze Grünzeugs nicht auf die Straße fliegt.

Hausreinigung:
Erdgeschosse werden grundsätzlich folgendermaßen gereinigt: Mit einem Wasserschlauch werden diverse Kubikmeter Wasser auf dem Boden verteilt und mit ca. einem Liter Putzmittel pro Raum vermischt. Danach wird ein großer "Abzieher" benutzt, um das Wasser auf die Straße zu befördern.

Straßenreinigung:
Der Hausmüll wird in wiederverwendeten Einkaufstüten abends auf die Straße gestellt. Im Idealfall fährt ZEITNAH ein Müllauto vorbei und holt ihn ab. Im nicht-Idealfall I kommen ein paar arme Menschen und nehmen alles auseinander, um irgendwas brauchbares zu finden. Im nicht-Idealfall II fängt es an zu regnen, was insofern eigentlich ideal ist, da der Müll weggespült wird (Sao Paulo besteht aus vielen vielen Hügeln) und nicht mehr vor der eigenen Haustür herumliegt. Nicht ideal daran ist, dass der ganze Müll die Kanalisation verstopft und zu schlimmen Überschwemmungen führt.
Seht selbst: http://www.youtube.com/watch?v=bMRTLCOo7eE (interessant wird's ab min. 0:30; Überschwemmung min. 2).

Stau:
Zur Rush-Hour bleibt man am besten da, wo man ist, sofern man nicht schon in einem Bus gefangen ist. Morgens zwischen 8 und 9 kann ich für den Weg zur Uni eine halbe Stunde mehr einplanen, weil fast immer Stau irgendwo ist. Aber das ist gar nichts im Vergleich zu den Hauptverkehrsadern, die man besonders abends immer im Fernsehen bewundern kann. Da scheinen 1-2h im Stau zur Normalität zu gehören.
Hier ein hübsches Video von vor einem Jahr, als es anscheinend DEN Staurekord (insgesamt 266 km) gab; aber glaubt mir, so sehen die Fernsehbilder JEDEN Abend aus!
http://www.youtube.com/watch?v=UN1sGD_lzO8

Alles Liebe,
schätzt euch glücklich :D
Marlene

Freitag, 18. September 2009

Lebenszeichen

Hallo meine Lieben,
ein ganz kurzes Lebenszeichen von mir aus dem Computerraum der Uni.
Bin letzte Woche umgezogen und wohne jetzt in einem wirklich netten Viertel, direkt neben der U-Bahn und 10 Gehminuten von Martina entfernt, was wir die letzten Tage auch schon durch gesteigerten gemeinsamen Freizeitkonsum ("abhaengen") gewuerdigt haben.
Ausserdem hatte ich mein Handy in einem Taxi vergessen (oder eher verloren, weil es mir aus der Hosentasche gerutscht ist) und war schon voellig verzweifelt und dachte, ich muesste mir ein neues kaufen. Dann klingelte am naechsten Tag Martinas Handy und - tatataaa - es war der Taxifahrer, der fragen wollte, wann und wo er es mir zurueckgeben koennte. Unglaublich oder? Man verliert in einer 20Mio Stadt sein Handy, und es kommt zurueck - ihr koennt euch nicht vorstellen, wie gluecklich ich war!
Ich habe uebrigens ein neues Online-Fotoalbum (http://picasaweb.google.com/cisweee/1MonatInSampa#) gemacht, wo auch Fotos von meinem neuen "Zimmer", der neuen Wohnung und dem Strandausflug der ganzen Austauschschueler (ganze 100 und 2 Busse voll... ihr moechtet euch nicht vorstellen, was fuer ein Chaos das gibt (-: ) sind.
Lieben Gruss und ein schoenes Wochenende!
Marlenchen

Dienstag, 25. August 2009

2 Wochen da!

Hallo meine Lieben!

Als erstes möchte ich mich über das Wetter beschweren. Es regnet, ist kalt und nass und ich habe Halsschmerzen (vielleicht ist es auch die Schweinegrippe...).
Dann über die Bürokratie. Naja das kennt ihr ja schon von mir, verzichte auf Details ;-)
Muss mich in der Schule jetzt endgültig für Kurse entscheiden. Glaubt mir, es ist echt genau wie Schule, mit Anwesenheitskontrolle, Hausaufgaben, Abgaben etc. - ich war schon lange nicht mehr so ausgelastet! Auf einen Portugiesischkurs werde ich wohl verzichten, da ich, wenn der ist, schon andere Fächer habe und ich außerdem in den mittleren Kurs gesteckt wurde (wie frustrierend). Man muss auch wissen, wo der Spaß aufhört!
Heute gehts mit meinem "International and Brazilian Business-Kurs" noch auf eine Exkursion in die Börse, das wird ein Knüller!

Herzliche Grüße aus dem winterlichen Sao Paulo!

Mittwoch, 12. August 2009

Das Tor zum Glück


Einen schönen guten Abend allerseits!

Heute berichte ich zum ersten mal live aus São Paulo. Musstest ihr euch bis dato noch mit mäßig interessanten Pack-, Bürokratiefrustrations- und Abschiedserscheinungen abgeben, folgen ab jetzt ultimative Lageberichte aus der Ferne.

Am Montag Abend bin ich wie geplant am frühen Abend in São Paulo gelandet. Ich kann nichts über unerfreuliche Zwischenfälle berichten – es hat wirklich alles super geklappt. Sogar das umsteigen in Charles de Gaulle, Paris. Außerdem muss ich die Verpflegung und Unterhaltungselektronik auf meinem Langstreckenflug (10,5h) mit Air France außerordentlich loben.

Am Flughafen von „Sampa“ (liebevolle Abkürzung für São Paulo) rief ich noch in der Warteschlange des Zolls meinen persönlichen Taxifahrer an, den mir mein Hostel schon im Voraus empfohlen hatte. Der war schon auf dem Weg und holte mich direkt, als ich drinnen fertig war, vorm Flughafen ab. Ich war entsetzt: Es war 19h und stockfinster in Sampa! So hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber es ist ja auch Winter. Nach einem kurzen Stop im Supermarkt kamen wir nach über einer Stunde im Hostel an. Da konnte ich mir von 4 Zimmern, von denen das eine spartanischer war als das andere, eins aussuchen. Ich nahm das einzige, wo man keine Wendeltreppe mit 30cm breiten und 5cm schmalen Stufen heraufklettern muss, um es zu erreichen. Nur für den Fall, dass ich hier mal mehr als 0 Promille haben sollte.

Nachdem ich am Dienstag ewig geschlafen hatte, machte ich mich zu Fuß auf den Weg in die Uni, weil ich bei einer Bank Geld für die Organisatoren eines Ausflugs überweisen wollte. Die Uni ist wirklich nah, aber um sie zu erreichen musste ich geschätzte 2 Höhenkilometer bewältigen. Am besten gefiel mir das Eingangstor dieser meistgeachtetsten Universität von Südamerika. Ihr könnt es auf dem Foto sehen! Es ist quasi eine Wand mit einem Durchgang von der Größe einer Tür, über der sich ein Schild befindet wo man ist, und hinter der ein Portier sitzt, der alles andere macht, als aufzupassen, wer da reingeht.

Der Campus ist ungefähr so groß wie ganz Bayreuth und meine Fakultät so wie die ganze Bayreuther Uni. Es gibt zwei Buslinien, die nur auf dem Campus im Kreis fahren, was ich persönlich gut finde, weil der Fußmarsch bis zu jenem Eingangstor 15 min und bis zu meiner Fakultät nochmal 20 min dauert – bei Regen (und es nieselregnete den ganzen Dienstag) kein Zuckerschlecken!

Ich möchte an dieser Stelle erwähnen (das gehört eigentlich an den Anfang), dass ich den Brasilianern, denen ich bisher begegnet bin, außerordentlich dankbar bin. Mir wurde in den drei Tagen schon mindestens zehn mal, teilweise ungebeten, aber immer sehr nützlich, geholfen. Sei es, wenn es um den richtigen Weg, Bus oder das richtige Formular ging. Darüber bin ich wirklich sehr glücklich!

Außerdem muss ich sagen, dass meine Fakultät sehr schön und mit sehr netten Angestellten bestückt ist. Des weiteren hat sie ein sehr cooles Logo. Ich werde versuchen es auch zu posten. Es ist eine Art Ritter oder so mit so einer Art Rotary Zahnrad und es sieht mächtig cool aus.

Ich wünsche euch einen schönen Tag bzw. Abend, je nachdem, wann ihr das lest!

Beijao, eure Marlene


Donnerstag, 6. August 2009

Let us destroy these useless hourglasses!

Gestern abend war meine endgültige Abschiedsparty in Bayreuth. Wirklich, die allerletzte! Und zum Schluss hatte ich dann auch ein ganz ganz kleines Tränchen im Auge.
Eigentlich war gestern aber auch ein ganz guter Tag! Davon abgesehen, dass ich so ungefähr alles erledigt habe, was ich vorhatte (meine Existenz in Deutschland in Form von jedweden Mitgliedschaften, Zahlungsverpflichtungen etc. - ALLES gekündigt!) kam Nina (die Nina, die ich vom letzten mal Brasilien kenne) überraschend zu Besuch um mir selischen Beistand bei meinen letzten zwei Tagen in Bayreuth zu leisten. Momentan sind sich nämlich alle meine Sachen noch irgendwo in der WG verstreut und sollten bis morgen früh 11h verpackt und verstaut werden. WIE das gehen soll - keine Ahnung. Neben meinem "Zimmer für eine Woche" (=Rumpelkammer auf dem Bild unschwer zu erkennen) hatte ich nämlich das Glück (oder Unglück...) Lisas Zimmer auch noch benutzen zu dürfen, sodass sich jetzt dort Stapel verschiedener Dinge türmen, die ich teilweise archivieren muss, damit ich bloß kein sinnloses Gepäck mitnehme oder essentielle Dinge vergesse.
Kurzum, der heutige Tag wird mal wieder ein Desaster! Juhu.
Erstmal gemütlich mit Nina, Felix (Ninas Freund) und Christoph frühstücken - dann stürze ich mich ins Chaos!
Herzung,
eure Marlene

Sonntag, 2. August 2009

Die zweite Runde

Guten Abend!
In nunmehr einer Woche werde ich sehr wahrscheinlich hektisch zu Hause bei meiner Familie rumlaufen, letzte Sachen packen, einen Abschiedsbrief und ein Testament schreiben (ich fliege mit Airfrance), denn am Montagmorgen um 7:20 geht mein Flug von Hannover. Im letzten Monat habe ich euch leider mit nicht sehr vielen Neuigkeiten (eigentlich gar keinen) versorgt, was vor allen Dingen daran lag, dass ich sehr viel organisieren und vorbereiten musste.
Da war zu erst einmal das Visum, das beantragt werden musste. Ich bin davon überzeugt, dass das Visum wirklich gerne zu mir wollte, weil ich Brasilien sehr sehr gern habe und wirklich gute Absichten für meine Zeit dort hege, aber aus mir nicht ersichtlichen Gründen gab es jede Menge Leute, die mich daran hindern wollten dieses Visum zu bekommen. Am Ende gab es einen Berg Papier (bestehend aus n (n→∞) Passierscheinen A38), den ich nach München ins Generalkonsulat der Brasileiros schickte. Leider gibt es keine Anleitung á la "Brasilianisches Visum für Dummies", weswegen hier nun eine von mir folgt:
1) Lerne GUT Portugiesisch, denn du darfst nicht darauf hoffen, dass ein Botschaftsmitarbeiter dir Auskunft in DEINER Sprache geben wird, auch wenn die Botschaft in deinem Land liegt.
2) Besorge alles, was auf der Liste steht (das dauert an sich schon ewig!) aber denk daran, dass das immer noch nicht alles ist, was erledigt werden muss.
3) Ich musste 34€ bezahlen, aber das steht da nirgendwo so eindeutig; es könnten auch 51€ oder 17€ sein. Auf jeden Fall ist das ein fairer Preis- Amerikanische Staatsbürger müssen für ein brasilianisches Visum 144,50€ bezahlen! Überweise das Geld an die Leute, denen du auch deinen Visaantrag schickst, auch wenn es nirgendwo eine Kontonummer von ihnen gibt.
4) Versuche gar nicht erst anzurufen; wirklich wichtige Dinge werden vom Konsulat per eMail beantwortet, den Rest musst du selbst durch "trial & error" herausfinden" (Ich musste erst 51€ an das falsche Konto überweisen bis nach über einer Woche eine Mail kam, wo ich das Geld hinschicken soll, vielleicht kommt es irgendwann zu mir zurück...)
5) Frag irgendwen, der das schon mal gemacht hat :)
6) Nachdem ich diese Schritte alle gewissenhaft abgearbeitet hatte, dauerte es nur 10 Tage bis das Visum da war, in Anbetracht der Tatsache, dass ich das Geld noch sehr viel später an die richtigen Leute geschickt hatte, eine wahre Meisterleistung des Generalkonsulats München - Danke!
Einen schönen Abend noch, hier ein kleines Fotoalbum mit ein paar letzten Bayreuther Impressionen: http://picasaweb.google.com/cisweee/BayreutherImpressionen#

Eure Marlene

Sonntag, 21. Juni 2009

Wie alles begann

Tach allerseits!
(frei nach Kloß und Spinne http://www.youtube.com/watch?v=_jhPhrSNTc4 )

Herzlich Willkommen auf meinem neuen Blog!
Der geneigte Leser wird sich fragen, worin der Grund für meine plötzliche literarische Aktivität liegen mag und einige von euch haben wahrscheinlich auch schon davon gehört: Im August beginne ich meine zweite "An-Zeit" in São Paulo (Brasilien). An der dortigen Uni (FEA-USP) werde ich bis Mitte Dezember mein Ausandssemester verbringen und danach noch bis Ende März bis dato ungeplanten Aktivitäten nachgehen.
Dieser Blog soll keineswegs dazu dienen, meine Mitmenschen (euch!) über die Details meines Privatlebens zu informieren (auch wenn das in diesem ersten Eintrag möglicherweise danach aussieht), sondern, vielmehr will ich die Gelegenheit nutzen um hauptsächlich über punktuelle Anekdoten während der Vorbereitung und natürlich dann aus Brasilien zu berichten.

Wie es dazu kam...
Ist schnell erzählt: Meine Uni (Bayreuth) hat eine Partnerschaft mit der Uni in São Paulo und ich konnte mich ziemlich einfach für einen Platz bewerben. Zum Zeitpunkt meiner Bewerbung, vergangenen Oktober, war mir allerdings noch gar nicht klar, wo und ob ich überhaupt ein Auslandssemester machen wollte. Vorsichtshalber habe ich mich für alles was es gab (Indien, USA, Mexico...) beworben und hatte dann wenig später einen Brief im Briefkasten, in dem stand, dass ich einen Platz in São Paulo bekommen hätte. Als es dann da so, schwarz auf weiß, in dem Brief, den ich in meinen Händen hielt, stand, konnte ich gar nicht mehr anders, als diese großartige Chance anzunehmen.
Für diejenigen, die mich noch nicht besonders lange kennen: Ich war bereits 2004/2005 für ein Jahr in Brasilien, auf der wunderschönen Insel Florianópolis ein paar hundert Kilometer südlich von São Paulo. Dort war ich mit dem Rotary Jugendaustausch, hatte drei großartige Gastfamilien, bin zur Schule gegangen, habe wunderbare Menschen aus aller Welt kennengelernt und das Leben in vollen Zügen genossen. Seitdem war ich nicht wieder in Brasilien, obwohl ich großes Heimweh hatte und oft an mein neues Zuhause zurückgedacht habe.

Das wichtigste ist vollbracht...
Letzte Woche habe ich endlich meine Flüge gebucht: Am 10. August '09 geht es hin; am 25. März '10 zurück. Ich werde ziemlich früh morgens von Hannover losfiegen; von Hannover, weil ich gerne wollte, dass meine Familie, die ja in Goslar wohnt, mich zum Flughafen begleiten kann - Ja... ich habe so meine Probleme mit Abschieden! Wer mich kennt, weiß sicher wovon ich spreche! Ich hoffe, dass ich mit irgendwem die Nacht durchmachen und das eine oder andere Glas Wein trinken werde und dass meine Oma mit zum Flughafen kommen kann. Ich musste mich schon öfter für lange Zeit von meiner Oma (die mich mit großgezogen hat) verabschieden, und obwohl sie fit wie ein Turnschuh ist, ist es doch immer etwas anderes, als sich von jungen Menschen zu verabschieden!
Außerdem, immerhin muss sich Oma in dieser Sache keine Sorgen mehr um mich machen, habe ich für den ersten Monat ein Zimmer in einem Studentenwohnheim. Ob es dort Leute- und Lebens-mäßig cool wird, oder ob mir erstmal mein Laptop aus dem Zimmer geklaut wird - abwarten.

Was noch kommt...
Die nächsten zwei Monate viel organisieren und nebenbei noch mindestens zwei Klausuren schreiben. Falls jemand die Stichwortartige To-Do-Liste ergänzen möchte, wäre ich sehr dankbar (Handyvertrag?, Hausratversicherung kündigen, Zimmer untervermieten, Gepäck planen, neue Kamera?...).
Momentan bin ich noch bis Donnerstag daheim im schönen und regnerischen Harz um ein paar schöne Tage mit meiner Familie zu verbringen. Dann geht es am Donnerstag mit ein paar Supermädels aus Bayreuth zur Fusion, um mich dann am Freitag mit Nina (die ich schon von meiner ersten Brasilien-Erfahrung kenne) zusammenzutun. Danach dann lernen, lernen, lernen, arbeiten, mit meinen Lieblingsbayreuthern das Leben genießen und hoffentlich Besuch von Kati und vor meiner Abreise von Papa bekommen.

Alles Liebe!
Eure Marlene