Donnerstag, 5. November 2009

Jogos - Spiele


Letztes Wochenende (Montag war mal wieder ein Feiertag) sind Martina, Nils und ich (von den Austauschleuten) mit der "Bateria" zu den sportlichen Wettkämpfen der Ernährungswissenschaftler (=die Nutris) gefahren. Eine Bateria ist eine mehr oder weniger große Gruppe von Leuten (wir waren ca. 50), die trommeln, rasseln und Krach machen was das Zeug hält. Es gibt sie in den Sambaschulen, aber auch an den Unis - bei uns hat fast jede Fakultät eine, die dann bei Wettkämpfen ihre jeweiligen Teams anfeuert. Ihr werden euch jetzt wahrscheinlich fragen, warum die Bateria der Ökonomen die Ernährungswissenschaftler anfeuert - so genau weiß ich das auch nicht, aber anscheinend haben sie keine eigene oder wir sind einfach so gut, dass sie uns mitgenommen haben ;-)
Die Jogos (Wettkämpfe) waren in einer kleinen Stadt in der Pampa des Staates São Paulo namens São Pedro. Am Freitag Abend, bzw. eher um Mitternacht, versammelte sich unsere ganze Bateria auf dem Unigelände um die 150 km Busfahrt im Voraus bei einer kleinen Hawaiparty auf dem Parkplatz zu begießen. Ich denke, die Ausmaße dieses "Antrinkens" werden auf den Bildern deutlich...
Mit dem Bus fuhren wir nachts also in jenes São Pedro, wo wir in einer Grundschule übernachten durften. Wir hatten zu 50st 2 Klassenräume, wobei in meinem gefühlte 40 Personen nächtigten, wovon die Mehrzahl auch noch Jungs waren. Nach einer schlaflosen Nacht (wir hatten da noch einen von den Holländern getroffen, der NICHTS dabei hatte und Martinas und meine Isomatte in Beschlag nahm), wurden wir von einer histerischen japanisch-brasilianischen Nutrifrau geweckt und angetrieben uns fertig zu machen. Wir hatten kaum Zeit zum frühstücken, dann wurden wir auch schon wieder in den Bus verfrachtet und zu einem Schwimmbad gekarrt, wo wir bis zum späten Nachmittag rumsaßen und die hochgradig langweiligen Wettkämpfe angucken mussten. Trommeln durften wir da nicht. Danach kam der Lichtblich des Tages: Die Open-Bar (=Flatratesaufen) wurde eröffnet, und die Jungs, die am Pool die ganze Zeit mit Megafonen ein paar sich bräunende Damen "angeflirtet" hatten, hatten noch mehr Spaß.
Am nächsten Tag mussten wir früh aufstehen, um zu trommeln. Leider wurde daraus nichts, weil unser Bus auf dem Weg von unserer "Herberge" zur Turnhalle einen kleinen Unfall hatte: Der Busfahrer musste einem entgegenkommenden Laster ausweichen und streifte dabei einen nicht ganz kleinen Ast so leicht, dass die komplette rechte Fensterreihe zertrümmert wurde und alle danach mehr oder weniger schlimme Schnittverletzungen von den ganzen Glassplittern hatten. Zum Glück wurde niemand schlimmer verletzt, sodass wir nachmittags, als alle sich ein wenig beruhigt hatten, zum Trommeln (und zur Open-Bar) fahren konnten.
Es sollen zwar nicht die besten Jogos gewesen sein (sagten uns die alten Hasen), aber besonders am Sonntag war das Flair zeitweise grandios: Die Baterias der verschiedenen Teams (wir waren bei weitem die größte) jammten draußen in der Mittagssonne bei Bier und Daiquiris und alle waren am Tanzen und Spaßhaben.
Am Sonntagabend ging es dann nochmal richtig los: Kostümparty - meine dritte seit ich hier bin, ich glaube, die Brasilianer stehen darauf! Da ging's natürlich weiter mit Open-Bar (was denkt ihr denn) mit Maracuja-, Limetten-, Erdbeer-, Ananas-, Weintrauben- etc. Caipirinha, Bier, Vodka... ohoh ich habe es schon wieder verdrängt!
Montag mussten wir wieder trommeln, aber ich war leider nicht mehr dazu in der Lage. Ich spiele ein Instrument das Ganzo (oder so) heißt. Es ähnelt einer Mischung aus Gemüsereibe und Rassel, macht unglaublichen Lärm und man muss es noch unglaublich schneller "shaken", was mir sehr sehr viel Feinmotorik abverlangt ;-)
So, das war's erstmal wieder von meinem letzten Wochenendabenteuer, gehabt euch wohl! Ich drück euch!

***************FOTOS************************

...gibt's hier:
Mein Picasa Webalbum

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