Heute berichte ich zum ersten mal live aus São Paulo. Musstest ihr euch bis dato noch mit mäßig interessanten Pack-, Bürokratiefrustrations- und Abschiedserscheinungen abgeben, folgen ab jetzt ultimative Lageberichte aus der Ferne.
Am Montag Abend bin ich wie geplant am frühen Abend in São Paulo gelandet. Ich kann nichts über unerfreuliche Zwischenfälle berichten – es hat wirklich alles super geklappt. Sogar das umsteigen in Charles de Gaulle, Paris. Außerdem muss ich die Verpflegung und Unterhaltungselektronik auf meinem Langstreckenflug (10,5h) mit Air France außerordentlich loben.
Am Flughafen von „Sampa“ (liebevolle Abkürzung für São Paulo) rief ich noch in der Warteschlange des Zolls meinen persönlichen Taxifahrer an, den mir mein Hostel schon im Voraus empfohlen hatte. Der war schon auf dem Weg und holte mich direkt, als ich drinnen fertig war, vorm Flughafen ab. Ich war entsetzt: Es war 19h und stockfinster in Sampa! So hatte ich mir das nicht vorgestellt, aber es ist ja auch Winter. Nach einem kurzen Stop im Supermarkt kamen wir nach über einer Stunde im Hostel an. Da konnte ich mir von 4 Zimmern, von denen das eine spartanischer war als das andere, eins aussuchen. Ich nahm das einzige, wo man keine Wendeltreppe mit 30cm breiten und 5cm schmalen Stufen heraufklettern muss, um es zu erreichen. Nur für den Fall, dass ich hier mal mehr als 0 Promille haben sollte.
Nachdem ich am Dienstag ewig geschlafen hatte, machte ich mich zu Fuß auf den Weg in die Uni, weil ich bei einer Bank Geld für die Organisatoren eines Ausflugs überweisen wollte. Die Uni ist wirklich nah, aber um sie zu erreichen musste ich geschätzte 2 Höhenkilometer bewältigen. Am besten gefiel mir das Eingangstor dieser meistgeachtetsten Universität von Südamerika. Ihr könnt es auf dem Foto sehen! Es ist quasi eine Wand mit einem Durchgang von der Größe einer Tür, über der sich ein Schild befindet wo man ist, und hinter der ein Portier sitzt, der alles andere macht, als aufzupassen, wer da reingeht.
Der Campus ist ungefähr so groß wie ganz Bayreuth und meine Fakultät so wie die ganze Bayreuther Uni. Es gibt zwei Buslinien, die nur auf dem Campus im Kreis fahren, was ich persönlich gut finde, weil der Fußmarsch bis zu jenem Eingangstor 15 min und bis zu meiner Fakultät nochmal 20 min dauert – bei Regen (und es nieselregnete den ganzen Dienstag) kein Zuckerschlecken!
Ich möchte an dieser Stelle erwähnen (das gehört eigentlich an den Anfang), dass ich den Brasilianern, denen ich bisher begegnet bin, außerordentlich dankbar bin. Mir wurde in den drei Tagen schon mindestens zehn mal, teilweise ungebeten, aber immer sehr nützlich, geholfen. Sei es, wenn es um den richtigen Weg, Bus oder das richtige Formular ging. Darüber bin ich wirklich sehr glücklich!
Außerdem muss ich sagen, dass meine Fakultät sehr schön und mit sehr netten Angestellten bestückt ist. Des weiteren hat sie ein sehr cooles Logo. Ich werde versuchen es auch zu posten. Es ist eine Art Ritter oder so mit so einer Art Rotary Zahnrad und es sieht mächtig cool aus.
Ich wünsche euch einen schönen Tag bzw. Abend, je nachdem, wann ihr das lest!
Beijao, eure Marlene
liebes marlene,
AntwortenLöschendas hoert sich alles ziemlich witzig an, wie du angekommen bist und ist jetzt num,ehr ueber fuenf wochen her.
jetzt hast du ja auch eine neue wg in der du hoffentlich auch mit fuenf promille noch den weg findest.
ich hab dich lieb
kuesschen
nora